Breisgau-S-Bahn bleibt Sorgenkind

Veröffentlicht am 16.12.2023 in Kommunalpolitik

von Oswald Prucker

Kurz vor Weihnachten standen Vertreter der DB Regio in der Vollversammlung des Zweckverbands Regionalverkehr Freiburg (ZRF) Rede und Antwort zur West-Ost-Linie der Breisgau-S-Bahn. Die Situation auf dieser Linie ist eigentlich seit ihrem Start vor einigen Jahren frustrierend. Die Kapazitäten sind zu knapp bemessen und zu oft fallen Züge komplett aus oder halten nicht an allen Haltestellen. Jüngster Aufreger: Man darf auf dieser Strecke keine Schulklassen mehr anmelden. Diese Nachricht war noch keine fünf Minuten bei der Badischen Zeitung online, da erreichten mich schon die ersten zurecht wütenden Reaktionen.

Wo genau hakt es? Zuallererst am Zugmaterial. Die Alstom-Züge halten schlicht nicht, was der Hersteller versprochen hat: Alle 1,2 Millionen Kilometer sollten die Räder gewechselt werden, tatsächlich halten die Dinger gerade mal 400.000 Kilometer. Genau das macht der DB Regio jetzt zu schaffen, vor allem weil die Werkstattkapazitäten nicht darauf ausgerichtet sind. Oft genug stehen deshalb nur 16 der 21 Zugteile zur Verfügung und das führt zu Minderkapazitäten und Ausfällen. Auch auf das Koppeln und Teilen wird in Gottenheim und Titisee verzichtet. Lästig für die, die umsteigen müssen, aber mittlerweile warten die Züge wenigstens – wurde zumindest behauptet.

Ab etwa März hätte man die Werkstattkapazitäten und Ersatzteilbevorratung soweit gesteigert, dass es besser werden kann. Da bin ich mir ehrlich gesagt nicht so sicher. Wenn die Züge dreimal so oft in die Werkstatt müssen, dann fallen sie halt doch häufiger aus, als vorgesehen. Daran ändert sich nix, sie werden vielleicht etwas schneller repariert.

Aber selbst, wenn alle 21 Züge am Start wären, es würde auch nicht sicher reichen. Laut DB Regio fehlen drei Züge. Dumm, dass die Züge so nicht mehr gebaut werden. Vielleicht ist ein Nachbau aber doch noch möglich, dazu müsste aber Verkehrsminister Hermann schnell aktiv werden. Erst dann würde geprüft, ob nachgebaut werden kann und hilft laut DB Regio nur Beten.

Oder, und das wird landauf und landab gefordert, man setzt anderes Material ein. Es gibt doch stillgelegte Züge und da auch solche, die in die Berge fahren können. DB Regio argumentiert: Das macht es nur noch komplizierter vor allem, weil diese Züge ja auch gewartet werden müssten und das könnte die Werkstatt dann nicht mehr leisten. Außerdem stünden zum Beispiel die alten Doppelstockzüge schon so lange stillgelegt rum, dass es schwierig würde, sie wieder in Dienst zu stellen.

In meinen Ohren waren das eher ausweichende Argumente. Klar kann man im Moment auch Busse parallel zu den Zügen fahren lassen, aber das ist nur eine Übergangslösung und im Moment sieht es eher so aus, dass sich der Übergang verstetigt. Nicht gut.

Deshalb, liebe S-Bahn-Fahrende, machen Sie von Ihrem Recht auf ein Taxi Gebrauch! Wenn Sie stranden, weil die Bahn nicht hält oder gar nicht kommt, dann können Sie ein Taxi rufen und bekommen die Kosten erstattet. Das soll mittlerweile funktionieren.

 

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